Maturaball-Fotografie: Erfahrungsbericht von Christian Fuchs

Maturabälle sind echte Umsatzbringer! Deshalb haben wir für Sie den Fotografen Christian Fuchs interviewt, der Maturabälle erfolgreich mit dem Onlineverkauf abgewickelt hat. Lesen Sie hier viele praktische Tipps rund um die Akquise, Ablaufplanung und den Onlineverkauf.

Außerdem stellen wir Ihnen einen Ausschnitt aus dem letzten Webinar von fotograf.de zum Thema Maturabälle/Abibälle zur Verfügung. Darin spricht Christian über seine Erfahrungen und gibt zusätzliche Empfehlungen. Hinweis: Alle Fotos in diesem Beitrag stammen von Christian Fuchs.

Erfahrungsbericht von Christian Fuchs

Akquise und Organisation

Christian Fuchs: Der Fotografenmeister aus Bad Aussee hat sich auf die People-Fotografie spezialisiert.

Dass ich Maturabälle fotografiere, ergab sich wie von selbst. Meine Aktivitäten als Fotograf waren hinlänglich schon über Ortsgrenzen hinaus bekannt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich zum ersten Mal gefragt wurde, einen Ball zu fotografieren. Meine Bilder fanden immer sehr guten und professionellen Anklang und so wurde ich von Ballkomitee zu Ballkomitee weiterempfohlen. Obwohl ich in diesem Bereich keine Werbung mache und die Mitbewerber drängen, bekomme ich viele Aufträge pro Jahr. Sicher liegt das mitunter am Konzept, welches so nur mit GotPhoto möglich ist. Für meinen Teil brauche ich die Menschen, die Herausforderung, die Emotionen, die Bewegung und das schöne Gefühl, Menschen mit Bildern glücklich machen zu können. Zu 99,9% kommen neue Aufträge über Empfehlungen. Man muss sich das so vorstellen: Der Abschlussjahrgang muss den Ball veranstalten, das Komitee entscheidet grundlegende Dinge (Wo, Wann, Motto, etc.) und muss das danach alles organisieren.

Deren Weg führt über die Vermieter des Ballhauses über deren Techniker, zur Choreografin, zur Visagistin, zum Securityunternehmen, zur Blumenhändlerin und noch viel weiter. Sie holen sich auch gerne Rat bei den Organisatoren des Vorjahresballs. Wenn auf deren Tour zig Mal mein Name erwähnt wird, dann dauert es nicht mehr lange und ich darf das Ballkomitee bei mir im Geschäft zu einer Besprechung empfangen.

Dass die Veranstalter mich dann buchen, liegt an mehreren Faktoren – wohl aber meistens am Preis – da diese erfahrungsgemäß ein kleines Budget haben und dazu die Angst, ob es sich rentiert und der Ball ein Erfolg wird. Es kam zwar noch nie vor, dass ein Ball unwirtschaftlich gewesen wäre, aber die Angst sitzt denen tief im Genick, da die Leute aus dem Komitee persönlich dafür haften. Da beim Konzept von GotPhoto die Kosten auf die Bilderkäufe umgelegt werden entfällt ein großer Teil der Kosten für das Komitee.

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Mein Erfolgsrezept sind saubere Bilder, eine schnelle Lieferung und Einfachheit. Niemand will bei einem Ball schlechte Fotos – zum Beispiel welche auf denen Personen mit Biergläsern, Zigaretten oder geschlossenen Augen abgebildet sind. Keiner möchte lange auf die Bilder warten und niemand möchte komplizierte Erklärungen, Vereinbarungen und Regelungen.

Hier läuft das so ab: das Komitee kommt zu mir, wir besprechen die Möglichkeiten und ich bringe auch gerne meine Ideen zum Mottofoto oder dem Thema ein. Dann vereinbaren wir Leistung und Preis mit Handschlag und gut ist’s. Verträge brauche ich keine und betrogen wurde ich auch noch nicht – aber das ist vielleicht eine regionale Feinheit, dass man gewisse Dinge einfach nicht tut, weil es sich nicht gehört.

Vor Ort habe ich mein mobiles Studio aufgebaut. Ein Hintergrund auf Stativ mit Traverse und zwei Blitzköpfen. Für den Aufbau brauche ich ca. 15 Minuten. Dann stelle ich mir die Kamera sauber ein, sodass ich die Fotos ohne großen Aufwand hochladen kann.

Drei bis sechs Monate vor dem Ball finden die Besprechungen statt, und die ersten Leistungen werden bald danach erbracht.

Das betrifft aber hauptsächlich die Werbefotos für das Plakat, die Gangbilder und die Mottoposter. Danach ist erst mal lange Ruhe vor dem Ball. Ich stehe dem Komitee aber jederzeit zur Verfügung, wenn es Fragen gibt, oder sich Änderungen ergeben.

Ablauf vor Ort

Am Tag des Balls fotografiere ich alle Programmpunkte. Nachmittags nach dem Ankleiden fotografiere ich alle Maturanten/Diplomanden einzeln, danach mit ihren Tanzpartnern. Hier werden auch meist Freundschaftsfotos verlangt, also kleine Gruppen von Personen, die sich an ihre gemeinsame Zeit in der Schule erinnern wollen.

Wir machen dabei viel Spaß und Blödsinn. Bevor der Ball beginnt, steht noch das große Gruppenfoto an, welches wir im Ballsaal in verschiedenen Zusammenstellungen aufnehmen zum Beispiel klassenweise oder geschlechterweise. Kurz vor dem Eintreffen der Gäste ist noch Zeit für Reportagefotos von den Bars, deren BedienerInnen, den Blumenmädchen, den Losverkäufern für die Tombola, den Leuten bei der Kasse etc. Noch vor dem Eröffnungstanz knie ich vor der Bühne und halte natürlich auch die Polonaise fotografisch fest, die Redner, die Ehrengäste welche Blumen überreicht bekommen, den Formationstanz und was alles so passiert. Anschließend habe ich meist nur Sekunden Zeit, um zum mobilen Studio zu eilen und los zu legen.

Wenige Minuten später hab ich bereits eine lange Schlange hinter mir und muss zusehen, dass ich alle Familien- und Freundschaftsfotos durchbringe, bevor die Mitternachtseinlage beginnt.

In diesen paar Stunden mache ich über 1000 Fotos von bis zu Hunderten Grüppchen in verschiedenen Zusammenstellungen.

Ein Mitarbeiter hält mir dabei meist den Rücken frei, teilt die Gruppen ein, verteilt die „Wo-kann-ich-bestellen“-Karten, beantwortet Fragen und sorgt im Hintergrund dafür, dass dieser Durchsatz überhaupt möglich wird. Während ich die Mitternachtseinlage fotografiere, baut dieser bereits wieder alles ab und bewacht das Equipment bis zum Abtransport.

Mein mobiles Studio ist simpel und einfach – immer zu den Menschen hin geöffnet. Keine Tische, keine Deko, nichts. Die Kamera halte ich in der Hand, und wir tragen alle ein Poloshirt mit Christian Fuchs Photographie drauf, um erkennbar zu bleiben.

Ein einziger Hinweis der Moderatoren genügt, und sofort nach dem Eröffnungstanz sind die ersten Gruppen am Set. Spätestens dann bemerken auch die anderen, dass hier was los ist, und stellen sich dazu. Da das Studio nur bis zur Mitternachtseinlage geöffnet ist, haben es viele eilig, noch fotografiert zu werden.

Die Posen reglementiere ich nicht. Das Einzige, wo ich eingreife, ist, wenn jemand wirklich saublöd da steht. Aber der Rest ist egal. Bei den Maturanten/Diplomanden ist das anders, da versuche ich, dass wir zumindest ein Foto bekommen, bei dem alle halbwegs gleich dastehen.

Gerne bestellt werden die Fotos mit den Eltern, Geschwistern, Onkeln, Tanten und Omas (die nicht selten von sehr weit her anreisen) zusammen mit dem Maturanten/Diplomanden.

Dann kommen schon die Freundschaftsfotos und nicht zuletzt die Blödelfotos, oder diejenigen, bei denen die Burschen versuchen, das Mädel zu tragen und dabei scheitern.

Zu allererst nehme ich den Druck aus der Situation und gebe jedem das Gefühl, in diesen paar Minuten nur für ihn da zu sein – egal wie viele sich anstellen. Ich stelle alle schön hin, weise sie galant zur Position hin, die mit einem Kreuz markiert ist und schubse die eine oder den anderen noch so zurecht, dass niemand versteckt ist. Die ersten Aufnahmen kontrolliere ich auf spiegelnde Augengläser etc. und gelegentlich zeige ich den fotografierten Personen die Fotos kurz auf der Kamera.

Onlineverkauf mit GotPhoto

Wenn die Gäste nach den Preisen fragen, sage ich, dass es ab 5,90€ losgeht. Ich weise lieber darauf hin, dass es viele Arten und Größen von Bildern gibt, und auch ein Download möglich ist. Die Gäste sehen die Preise ja eh dann, wenn sie bestellen.

Die Fotos vom mobilen Studio bearbeite ich nicht. Ich stelle die Kamera „super-sauber“ ein, stelle auf JPG um, kontrolliere dies mehrmals am Macbook, bevor der Wirbel beginnt. Dann wird durchfotografiert. Zuhause, oder teilweise noch unterwegs, sortiere ich die verhauten raus und der Rest kommt in den vorbereiteten Ordner.

Kleiner Tipp: Ich stelle schon bei der Kamera die Auflösung auf ca. 6 Megapixel runter. Die Auflösung reicht für alle kaufbaren Artikel im Shop und verachtfacht die Verarbeitungs- und Uploadgeschwindigkeit. Alle Bilder, die nicht vom Set sind, nehme ich in RAW und größtmöglicher Auflösung auf, entwickle diese dann digital, exportiere und lade sie wiederum als 6MP-JPG hoch.

Die Preise beginnen ab 5,90 Euro für ein 10×15 cm Abzug. Downloads kosten 10 Euro. Der Abzug 10×15 cm ist der meistverkaufte Artikel. Ist der zu günstig, verdient man nix, und würde er 8,90 Euro kosten, würden ihn die Leute auch kaufen – es sei denn es gibt noch einen günstigeren. Downloads kosten deswegen so viel, weil diese weitergegeben werden können und natürlich auch selbst gedruckt werden.

Im Voraus steht schon fest, wo die Bilder zu finden sind, diesen Link gebe ich allen vom Komitee. Kurz vor und nach dem Ball poste ich den Link auf deren Facebook-Veranstaltung und schicke es an die angemeldeten Interessenten.

Wenn man immer gute und saubere Arbeit macht, dabei nett, freundlich und bestimmt vorgeht, wird man immer weiter gereicht werden. Für ballfremde Folgeaufträge, wie Hochzeiten, Porträts, Familienfotos und so weiter vergehen meist ein paar Jahre – und dann kommen Anfragen wie: „Ja, du hast uns damals beim Ball fotografiert, kannst du dich denn nicht erinnern?“

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